Seminar Modul 2 „Sicherheitsassistent“ für die AGBF Niedersachsen in Osnabrück

Seminar Modul 2 „Sicherheitsassistent“ für die AGBF Niedersachsen in Osnabrück
Facebook

Heute fand in Osnabrück das Modul 2 der Sicherheitsassistenten-Schulung für Führungskräfte der AGBF Niedersachsen statt. Die Fortbildung wurde von Dr. Adrian Ridder durchgeführt und richtete sich an Teilnehmende, die das Grundlagenmodul bereits absolviert haben und den Sicherheitsassistenten konsequent in der Einsatzpraxis verankern wollen. Nach der im letzten Jahr in Lüneburg erfolgten Schulung zum Modul 1 wurde diese Seminarreihe traditionell mit bestem Schneewetter fortgeführt.

Im Mittelpunkt von Modul 2 stand die kritische Anwendung: Wie wirkt der Sicherheitsassistent unter realen Einsatzbedingungen, bei unvollständiger Lageinformation, Zeitdruck und wechselnden Gefährdungen? Anhand strukturierter Fallbeispiele und Einsatzszenarien wurde gezeigt, wo klassische Gefährdungsbeurteilungen an ihre Grenzen stoßen – und wie eine dynamische, lageabhängige Sicherheitsbewertung diese Lücken schließt.

Schwerpunkte des Moduls waren unter anderem:

  • Vertiefung der Rolle des Sicherheitsassistenten als eigenständige Stabsfunktion mit klarer Abgrenzung zu Einsatzleitung und Abschnittsführung

  • Erkennen und Bewerten kombinierter Gefährdungen, insbesondere bei Atemschutzeinsätzen und komplexen Einsatzlagen

  • Kommunikation mit und Unterstützung für Führungskräfte 

  • Übertragung des Konzepts auf unterschiedliche Organisationsstrukturen innerhalb der Feuerwehren

Dr. Ridder stellte dabei bewusst unbequeme Fragen: Wo wird Sicherheit im Einsatzalltag faktisch vorausgesetzt, statt aktiv organisiert? Welche Routinen erzeugen Scheinsicherheit? Und wo fehlt es weniger an Technik, sondern an klaren Rollen, Zuständigkeiten und Entscheidungswegen?

Das Seminar machte deutlich, dass der Sicherheitsassistent kein „zusätzliches Auge am Rand“ ist, sondern ein systematisches Instrument zur Erhöhung der Einsatzsicherheit, dessen Wirkung maßgeblich von Ausbildungstiefe, Akzeptanz und konsequenter Einbindung in Führungsprozesse abhängt.

Mit dem zweiten Modul wurde für die Teilnehmenden ein weiterer Schritt hin zu einer professionell verankerten Sicherheitskultur im Einsatzdienst der niedersächsischen Berufsfeuerwehren vollzogen – praxisnah, evidenzbasiert und mittels kollegialem Austausch auf hohem fachlichen Niveau.